Abdellatif ikar - mentor

Abdellatif Ikar

Abdellatif Ikar

Abdellatif Ikar wuchs in Deutschland in einer Familie auf, in der der Islam von klein auf eine wichtige Rolle spielte. Durch seine Eltern wurde er früh an das Gebet, die Moschee und den islamischen Unterricht herangeführt. Bereits als Kind besuchte er Arabischunterricht in einer marokkanischen Moschee und lernte später das Lesen des Qurʾān sowie weitere Grundlagen der Religion.

Schon in jungen Jahren sammelte er erste Erfahrungen in der Weitergabe islamischen Wissens. Als sein damaliger Lehrer aus gesundheitlichen Gründen ausfiel, übernahm Abdellatif im Alter von etwa 14 Jahren zeitweise den Unterricht. Diese frühen Erfahrungen weckten in ihm zunehmend den Wunsch, selbst mehr zu lernen, um Wissen fundierter weitergeben zu können. Es folgten zahlreiche Seminare, Vorträge und mehrtägige Veranstaltungen – teilweise auch gemeinsam mit seinem Vater im Ausland.

Sein eigener Weg verlief dabei nicht immer geradlinig. Gerade die Erfahrungen seiner Jugend, in der er auch Phasen der Distanz zur Religion und unterschiedliche Lebenswelten kennenlernte, prägen heute seinen Blick auf Daʿwa und Mentoring. Dadurch kennt er viele Herausforderungen, Versuchungen und Fragen, mit denen insbesondere junge Muslime konfrontiert werden, nicht nur aus der Theorie, sondern auch aus eigener Erfahrung.

Studium in Medina

Ein entscheidender Abschnitt seines Wissensweges begann 2015 während einer ʿUmra, als sein Vater für ihn an der Islamischen Universität von Medina vorsprach. Nachdem Abdellatif zunächst seine berufliche Ausbildung in Deutschland abgeschlossen und selbst als Dozent gearbeitet hatte, zog er 2018 nach Saudi-Arabien und begann sein Studium in Medina.

Nach zwei Jahren schloss er zunächst sein Arabischstudium ab. Nach einer durch die Corona-Pandemie bedingten Unterbrechung setzte er sein Studium fort und schloss 2026 sein Studium der Islamwissenschaften an der Islamischen Universität von Medina mit dem Bachelorabschluss ab.

Neben dem regulären Universitätsstudium nutzte Abdellatif die besonderen Möglichkeiten Medinas, um auch außerhalb des Hörsaals Wissen zu erwerben. In der Prophetenmoschee lernte er Qurʾān und besuchte unter anderem Unterrichte von Schaikh ʿAbd al-Muhsin al-ʿAbbād, Schaikh ʿAbd ar-Razzāq al-Badr, Schaikh Muhammad al-Muchtār asch-Schanqītī und Schaikh ʿAbdullāh asch-Schanqītī sowie weiteren Gelehrten und Lehrern. Darüber hinaus ergaben sich für ihn Möglichkeiten zu privatem Unterricht bei Gelehrten.

Prägend waren für ihn jedoch nicht nur die formellen Unterrichte. Auch der tägliche Austausch mit Studenten aus unterschiedlichsten Ländern, Hintergründen und Wissensständen erweiterte seinen Blick und vermittelte ihm zahlreiche praktische Erfahrungen im Umgang mit Menschen.

Nähe zu den Muslimen im deutschsprachigen Raum

Während seiner Jahre in Medina begleitete Abdellatif zudem verschiedene ʿUmra-Gruppen aus dem deutschsprachigen Raum. Dabei lernte er Jugendliche, Familien, neue Muslime sowie Geschwister mit langjähriger religiöser Erfahrung kennen.

Diese Begegnungen gaben ihm einen tiefen Einblick in die unterschiedlichen Fragen, Schwierigkeiten und Bedürfnisse von Muslimen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gleichzeitig konnte er Erfahrungen aus seinem Studium weitergeben und selbst von den zahlreichen Begegnungen profitieren.

Sein Ansatz im Mentoring

Eine Überzeugung hat sich auf seinem bisherigen Weg besonders gefestigt: Islamisches Wissen sollte nicht ungeordnet und nur über einzelne Vorträge oder kurze Inhalte gesammelt werden, sondern Schritt für Schritt, systematisch und mit Beständigkeit aufgebaut werden.

Genau hier setzt auch sein Mentoring an.

Nicht jeder Student benötigt dasselbe. Manche brauchen einen klaren Lernplan, andere Orientierung, Motivation oder einen Ansprechpartner für Fragen. Gerade Beruf, Familie und Alltag mit einem kontinuierlichen islamischen Studium zu verbinden, stellt viele Muslime vor große Herausforderungen.

Abdellatif möchte deshalb seine Erfahrungen aus dem eigenen Lebensweg, dem Studium in Medina, seiner Tätigkeit als Dozent, der Daʿwa und den zahlreichen Begegnungen mit Muslimen aus dem deutschsprachigen Raum in die Begleitung seiner Studenten einbringen.

Dabei versteht er sich selbst weiterhin als Student des Wissens. Auch nach seinem Bachelorabschluss setzt er seinen eigenen Wissensweg fort und nimmt ab Ende August 2026 an einem weiteren zweijährigen Studienprogramm teil, das sieben Bereiche der islamischen Wissenschaften umfasst. Gleichzeitig möchte er seine Teilnahme an den Unterrichten der Gelehrten in der Prophetenmoschee weiter intensivieren.

Sein Ziel ist es, seine Studenten nicht nur beim Lernen einzelner Inhalte zu unterstützen, sondern ihnen dabei zu helfen, einen strukturierten, realistischen und langfristigen Weg im Streben nach islamischem Wissen aufzubauen.

„Ich möchte selbst weiterhin Student des Wissens bleiben und gleichzeitig das weitergeben, was Allah mir bisher ermöglicht hat zu lernen.“

Möge Allah ihm und seinen Studenten Aufrichtigkeit, nützliches Wissen und Beständigkeit auf diesem Weg schenken.

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